Nun sind es schon 15 Jahre her, seit sich unser Verein gegründet hat.

Dies ist Anlass einmal zurück zu blicken. Warum gibt es diesen Verein, warum helfen wir Menschen in Duisburg?

Der Rat der Stadt Duisburg hatte 1997 den sogenannten Obdachlosengesamtplan verabschiedet. Sinndes Plans war die Beseitigung aller städt. Notunterkünfte für Obdachlose. Er beschäftigte sich ebenso mit der Frage, welche Maßnahmen und Hilfesysteme in Duisburg zu entwickeln sind, um Obdachlosenin Duisburg eine Chance auf Verbesserung ihrer Lebensbedingungen bieten zu können. Dieser Plan war das „Rahmenkonzept“, an dem sich die Duisburger Administration orientierte.

Während städtische Dienststellen zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden und in Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft für obdachlose Familien in wenigen Jahren Lösungen fanden, war das bei Einzel personen deutlich schwieriger.

Von 2001 bis 2004 entwickelte das Diakoniewerk Duisburg in enger Abstimmung mit der Fachstelle der Stadt Duisburg ein Gesamthilfesystem für alleinstehende Wohnungslose. Durch dieses System konnte die Mehrzahl der alleinstehenden Wohnungslosen erreicht werden. Dennoch gab es immer wie der Menschen, die die Hilfen der herkömmlichen Hilfesysteme nicht annehmen wollten.


Kurz vor der Zeit der Entwicklung des Gesamthilfesystems begann der Düsseldorfer Cellist Thomas Beckmann mit Benefizkonzerten, Gelder zugunsten obdachloser Menschen zu sammeln. Mit dem Ergebnis des ersten Duisburger Konzertes schlossen sich Duisburger Bürger zusammen, um den Verein
„Gemeinsam gegen Kälte Duisburg“ zu gründen. Damit entstand eine notwendige Ergänzung der bestehenden Hilfen. Mit einem Teil der Konzerteinnahmen kaufte der Verein ein Wohnmobil und schuf damit den Grundstein der zukünftigen aufsuchenden Obdachlosenhilfe in Duisburg.


Waren zu Beginn unserer Arbeit oft noch Obdachlose in Hauseingängen, unter Brücken, in Parks oder an Flussufern zu finden, so hat sich dieses Bild in Duisburg mittlerweile entschärft. Es sind nur noch wenige (deutsche) Obdachlose in Duisburg aufzufinden. Eine gewisse Dunkelziffer ist dabei jedoch nicht auszuschließen.

Es bleibt immer noch genug zu tun. Insbesondere obdachlose Personen aus Osteuropa stellen zunehmend ein neues Problem dar, weil ihre Einbindung in hiesige soziale Strukturen sich als sehr schwierig herausstellt. Aufgrund ihrer unzureichenden Mitwirkung, mangelnder Sprachkenntnisse so wie oft fehlender Dokumente können sie keine Förderung durch die Administration erhalten. Eine hohe Alkoholabhängigkeit
 ist oftmals ein weiterer Grund, dass konkrete Hilfsangebote nicht erfolgreich umgesetzt werden können.


Die hohe Arbeitslosigkeit in unserer Stadt, die besonders Langzeitarbeitslosen zusetzt, bringt es mit sich, dass immer wieder Menschen ihre soziale Struktur verlieren und wohnungslos werden.

Die Sensibilität der Duisburger Bevölkerung hilft uns hier und macht uns öfter auf obdachlose Personen aufmerksam. Diesen Angaben gehen wir so schnell wie möglich nach, um den Betroffenen Hilfe anzubieten.

Festzustellen ist aber auch, dass es Fälle gibt, die trotz unserer langfristigen Bemühungen Hilfsangebote ausschlagen und stattdessen ihr selbstgewähltes Schicksal in Kauf nehmen. Es ist dem Engagement unserer Mitglieder, unterstützt durch Behörden, Wohlfahrtsverbänden, Firmen
und der Bürgerschaft zu verdanken, dass wir unsere Arbeit fortsetzen können.

Wir hoffen auch weiter darauf, dass uns Spenden zufließen, von denen wir absolut abhängig sind. Auf öffentliche Mittel und laufende Zuschüsse können wir, angesichts der öffentlichen Kassen, nicht rechnen.


Begrüßen würden wir gern BürgerInnen, die uns bei administrativen Tätigkeiten oder der Betreuungsarbeit unterstützen möchten.

Die Arbeitslosenquote in der Stadt Duisburg betrug im Dezember 2013 12,5%. Damit liegt Duisburg über dem Landesdurchschnitt Nordrhein-Westfalen von 8,3% und weit über dem Bundesdurchschnitt am Jahresende von 6,7%.

Der Anteil der Arbeitslosen in Duisburg ist im Vergleich zu NRW und insbesondere im Bundesvergleich unverhältnismäßig hoch. Auch die Anzahl der versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse und damit die Anzahl der potentiell zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze ist für die Größe Duisburgs zu gering.

Bisher konnten die strukturellen Defizite durch Beschäftigungsverhältnisse im 2. Arbeitsmarkt zumindest zu einem geringen Teil kompensiert werden. Die dafür zur Verfügung stehenden Mittel sind jedoch zum Jahresende wiederum zu Gunsten des Aufbaus von Arbeitsplätzen in den Jobcentern gekürzt worden. Hintergrund ist der erwartete Zuzug von sogenannten EU Neubürgern aus Rumänien und Bulgarien.

Es wird für 2014 aufgrund der sich verändernden Rechtslage ein Ansturm dieser Personengruppe auf die Jobcenter vermutet. Um dem neuen Bedarf Rechnung tragen zu können, sollen im neuen Jahr,laut unserer Information, ca. 100 neue Arbeitskräfte in den Duisburger Jobcentern eingestellt werden. Nur durch angemessen bezahlte Arbeit und eine Verringerung der Langzeitarbeitslosen wird sich die Armutsentwicklung in Duisburg nicht weiter fortsetzen. Die Stadt kann noch so positive Entwicklungspotentiale sehen und auch sukzessive das Stadtbild verschönern. Die Einkommenssituation ihrer Bürger wird aber dadurch nicht wesentlich verbessert.

Solange sich diese Situation nicht verändert, hat Duisburg wohl keine Chance aus dem Teufelskreis arme Bürger - arme Stadt herauszukommen.   

Es ist das Ziel des Vereins, den vorwiegend allein stehenden Menschen durch Gespräche und Beratung den professionellen Hilfesystemen zuzuführen. Unsere Aufmerksamkeit gilt insbesondere denen,die "kein Dach über dem Kopf" haben und deshalb auf Parkbänken, in Haus- oder Geschäftseingängen oder unter Brücken schlafen.

 

Vielfach ist zu erkennen, dass die Betroffenen die bestehenden Hilfesysteme nicht in Anspruch nehmen, weil sie das Vertrauen in die Institutionen verloren haben. Zunehmend kommen aber auch arme Menschen zu uns, die in der Regel von Hartz IV leben und mit Ihrem Geld aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zurechtkommen. Gründe sind zum Beispiel Schulden, Leistungskürzungen oder auch Suchterkrankungen.

In jüngster Zeit werden wir zunehmend von obdachlosen „entwurzelten“ Bürgern (z.Zt. polnische und russische Staatsbürger), aufgesucht, für die kaum Möglichkeiten einer sozialen Stabilisierung eingeleitet werden können. Es fehlen in der Regel persönliche Papiere, es bestehen erhebliche Sprach-, und Suchtprobleme, so dass die Einbindung in unsere Sicherungssysteme kaum möglich ist.

 

 

Unsere Aktivitäten

  • Allgemeine Lebensberatung

  • Vermittlung an soziale und medizinische Einrichtngen der Stadt und der Wohlfahrtsverbände

  • Hilfe bei behördlichen Angelegenheiten

  • Wirtschaftliche Hilfe in akuten Notfällen

  • Unterstützung bei der Suche einer Unterkunft

  • Sondereinsätze mit dem Betreuungsmobil in winterlichen Kälteperioden

  • öffentlichkeitsaktionen

In der Regel dauert es längere Zeit bis sich die Ratsuchenden, die unser Betreuungsmobil aufsuchen, öffnen und über ihre Probleme sprechen. Hierbei spielt der ungezwungene Erstkontakt bei einer Tasse Kaffee eine wesentliche Rolle und ist in der Regel die Grundlage für weitere Kontakte. Wir bezeichnen unsere Arbeit als „niederschwellig“.

Jeder Mensch, der unser Betreuungsmobil aufsucht, wird in seiner Persönlichkeit angenommen und akzeptiert. Dies führt dazu, dass sich oft auch die Menschen offenbaren, die das Vertrauen in bestehende professionelle soziale Hilfesysteme verloren haben.

Beim „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ in Nordrhein-Westfalen landete die Stadt Duisburg mit ihren mehr als 2,2 Milliarden Euro Schulden in der Gruppe der Zwangskandidaten. Duisburg muss ein Entschuldungsprogramm bis 2021 vorlegen, sonst droht der staatliche Sparkommissar.

Um 82 Millionen Euro im Jahr müssen die Ausgaben bis zu diesem Zeitpunkt sinken. Knapp 23 Millionen Euro sollen es nach den Verwaltungsplänen schon 2012 gewesen sein. Hört sich alles ziemlich erschreckend an. Wir hoffen, dass sich Duisburg, wie man es zum Teil in der Innenstadt erkennen kann, weiter attraktiv entwickelt und nicht von „reichen“ Nachbarstädten „abgekoppelt“ werden wird.

Man sieht in der Stadt immer mehr Armut.

Die entsprechenden statistischen Daten machen einen auch nicht gerade hoffnungsfroh, dass Duisburg zukünftig ein interessanter Standort für Investoren sein könnte. Wir können leider, oder auch zum Glück, nicht in die Zukunft sehen.Wir haben den Eindruck, dass wir als Verein, bei den gegenwärtigen Entwicklungen in Duisburg, auch weiterhin eine positive Rolle spielen können.

Im Berichtsjahr waren wir mit unserem Betreuungsmobil an vier Werktagen je Woche im Duisburger Stadtgebiet unterwegs. Zwei Mitarbeiter sind, auf der Basis einer „geringfügigen Beschäftigung", beim Verein angestellt.Sie werden durch einen Mitarbeiter ergänzt, der uns über das Jobcenter vermittelt wurde, sodass wir immer in 2er-Teams unterwegs sind.

Wir sind ein rein spendenfinanzierter Verein. Nur wenn es uns gelingt, ausreichende Spendenzu akquirieren, können wir unsere Arbeit ausführen.  

Danke

Wir danken allen Helfern, Mitarbeitern, Unterstützern, Freunden,Förderern und Spendern (aus Nah und Fern) für Ihr Engagement.

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